Röcke  machen Männer

Frau + Mann

Oft und gern wird in dem Zusammenhang Mann+Rock, in der Assoziation Mann+Frauenkleidung, zur Argumentation ein ansonsten mitunter weniger zur Hand genommenes Werk zitiert, die Bibel. Denn da steht : „Eine Frau soll keine Männerkleidung tragen und ein Mann keine Frauenkleidung. Wer so etwas tut, den verabscheut der Herr, euer Gott. „ 5Mo 22,5. Das ist zumindest eine gängige von mehreren Übersetzungen. Unter Hinweis auf den weiter vorn stehenden Punkt „Frauensachen – Männersachen“  erübrigte sich eigentlich jeglich weiteres Eingehen.                         Es steht also da nichts, daß Männer keine Röcke tragen sollen und Frauen keine Hosen.

Denn was als Männer- und Frauenkleidung gilt, ist sehr unterschiedlich, da von der jeweiligen Kultur abhängig. Und, wie sollte man sich dann die Gewänder der Priester oder die Talare von evangelischen Pfarrern erklären ? Vielmehr soll es darum gehen, die Eigenheiten der Geschlechter zu erhalten und einer Angleichung gegen zu steuern : „Gott hat Mann und Frau körperlich und seelisch differenziert geschaffen, damit sie sich gegenseitig ergänzen und in Abhängigkeit von einander leben „(1Kor 11,11-12) -“ nicht, damit sich ein Geschlecht besser vorkommt als das andere.“ Männlein und Weiblein sind nun einmal verschieden, das ist ja gerade der Sinn der Existenz unterschiedlicher Geschlechter. Wenn Männer jetzt (wieder) beginnen Röcke zu tragen, dann soll es nicht um eine Angleichung der Geschlechter gehen. Man kann nicht gleich machen, was nicht gleich ist. Mit ein paar Röcken oder Nadelstreifenanzügen schon gar nicht.           

Die Tendenz der weitest möglichen Geschlechterangleichung (in den 70ern) ist Gott Lob größtenteils als Unsinn erkannt worden und genauso abzulehnen, wie teilweise entgegenläufige Strömungen der Bemühungen um maximalste Geschlechterdifferenzierung (Anfang 90er). Noch immer existente Bestrebungen nach Emanzipation (hier verwendet in dem Sinne als Synonym der Frauenbewegung) bis in letzte Konsequenz scheinen vor dem Hintergrund der Differenziertheit der Geschlechter fragwürdig.

= E m a n z i p a t i o n  =

Emanzipation meint  – entgegen der weit verbreiteten Meinung – nicht ausschließlich den Prozess der Gleichstellung der Frau. Der Begriff ist vieldeutig und ebenso waren seine Anwendungen. In erster Linie ist/war der Begriff geschlechtsneutral besetzt : „Befreiung aus Abhängigkeit, Verselbstständigung, Loslösung von Bevormundung“ (Langscheidts Fremdwörtenbuch). Wenn dann als zweiter Punkt „Prozess der rechtlichen und politischen Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft“ genannt ist, so darf in unserer heutigen Gesellschaft der Mann da nicht ausgeklammert bleiben, auch wenn es auf den Aspekt Kleidung bezogen für manche/n vielleicht nach Erbsenzählerei aussieht. 

Die „Eroberung“ der Hose war für die Frauen ein Stück Emanzipation, da damit eine soziale Stellung verknüpft war. Doch damit ist die Emanzipation nicht zu Ende. Nun geht es darum, unter Anderem den Rock als Symbol weiblicher Geschlechtsidentität zu einem für beide gebräuchliches Kleidungsstück(e) zu machen. Es hat jeder Mann ein Recht die Kleidung zu tragen, die er möchte und sich so zu zeigen wie er will, auch wenn das nicht dem traditionellen Männerbild entspricht.

Die Menschen sollen sich unabhängig vom Geschlecht frei entfalten dürfen, ohne daß jemanden Möglichkeiten verwehrt oder Privilegien eingeräumt werden. Ein jeder soll nach seiner Facon glücklich und zufrieden sein,( solange dabei niemand zu Schaden kommt.)    

mit freundlicher Unterstützung von :   www.amok.ch